Jobcenter muss Kosten für Tablet übernehmen

In einem von uns geführten Eilverfahren hat jetzt auch das Sozialgericht Hildesheim (Az.: S 23 AS 4006/19 ER)entschieden, dass die Kosten für die Anschaffung eines Tablets gesondert als Zuschuss durch das Jobcenter zu übernehmen sind, wenn das Tablet für die Schule benötigt wird.

Es handele sich um einen Mehrbedarf gemäß § 21 Abs. 6 SGB II. Die Sicherstellung der Teilnahme am Unterricht gehöre zum existenziellen Bedarf eines Kindes. Der Verweis auf eine Ratenfinanzierung sei nicht zulässig.

Eine erfreuliche Entscheidung. Wenn Sie schulpflichtige Kinder mit dem entsprechenden Bedarf haben, kann ich nur empfehlen, einen Antrag auf Kostenübernahme beim Jobcenter zu stellen.

BSG kippt Mietobergrenzen vieler Jobcenter

Das Bundessozialgericht hat mit Entscheidung vom 30.01.2019 – B 14 AS 41/18 die Mietobergrenzen der Jobcenter in den Landkreisen Börde, Harz, Segeberg und Salzlandkreis für unwirksam erklärt.

Wenn ihre Miete also nicht vollständig übernommen wird und sie in einem dieser Landkreise leben, können sie sich jetzt mit ausgezeichneten Erfolgsaussichten dagegen zu Wehr setzen. Die Bescheide sind rückwirkend bis Anfang 2018 anfechtbar.

Vorläufiger Bewilligungsbescheid

Falls Sie einen vorläufigen Bewilligungsbescheid erhalten bitte Folgendes beachten:

In den meisten Fällen ergeht dieser, weil Sie erwerbstätig sind. Ein vorläufiger Bescheid ist dann aber nur rechtmäßig, wenn Ihr Einkommen schwankend ist.
Ist das Einkommen jeden Monat gleich hoch, können Sie erfolgreich Widerspruch einlegen, denn es hätte dann ein endgültiger Bescheid ergehen müssen (vgl. Eicher/Luik- Kemper, SGB II, 4. Auflage, § 41a Rdnr. 11).

Der Vorteil ist, dass das Jobcenter bei einem endgültigen Bescheid Leistungen nur unter erschwerten Bedingungen zurückfordern kann und außerdem der Bewilligungszeitraum 12 statt nur 6 Monate beträgt.

Erneut eine Entscheidung bezüglich Anschaffungskosten für einen Computer

Diesmal hat das Sozialgericht Stade mit Beschluss vom 29.08.2018 – S 39 AS 102/18 ER der Leistungsbezieherin 399,- € für die Anschaffung eines Notebooks zugesprochen, weil sie dieses für die Schule benötigte.

Wenn eure schulpflichtigen Kinder auch einen entsprechenden Bedarf haben: Achtet bitte darauf, dass ihr den Computer erst nach Bewilligung des Antrags auf Kostenerstattung anschafft. Wird der Antrag abgelehnt, solltet ihr dagegen Widerspruch einlegen und gleichzeitig einen Eilantrag beim Sozialgericht stellen.

Kosten für die Anschaffung eines PC

Das Sozialgericht Gotha hat in einer aktuellen Entscheidung vom 17.8.2018 – S 26 AS 3971/17 das Jobcenter dazu verurteilt, die Kosten für die Anschaffung eines PC’s / Laptops in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses zu übernehmen, weil die Kinder in der Bedarfsgemeinschaft diesen für ihre schulische Ausbildung benötigten.
Ohne internetfähigen PC/Laptop sei die Befolgung organisatorischer Vorgaben der Schule zu großen Teilen nicht mehr möglich, so das Gericht.
Diese Entscheidung bestätigt abermals, dass es sich gerade im Schulbereich lohnt, Anträge auf Mehrbedarf zu stellen und die Ansprüche notfalls gerichtlich klären zu lassen (vgl. zu einem Tablet bereits SG Hannover vom 06.02.2018 – S 68 AS 344/18 ER und zu Schuldbüchern LSG Niedersachsen-Bremen vom 11.12.2017 – L 11 AS 349/17).